Dienstag, 23. Juni 2015

Stabkirche Heddal

Einen weiten Weg haben wir für nur ein paar Bilder auf uns genommen, doch eines der schönsten und am meisten besuchten Highlights in ganz Norwegen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Das wir die fantastische Stabskirche von Heddal (Heddal Stavkyrkje) nicht von innen anschauen konnten, wussten wir schon vorher, da wir außerhalb der Saison anreisen, aber auch von außen macht dieses Bauwerk einen fantastischen Eindruck.

Mit rund 20 Meter Länge und 26 Metern Höhe die größte ihrer Art im ganzen Land. Für den Bau wurde harzreiches Kiefernholz verwendet, das zum Schutz gegen Fäulnis regelmäßig geteert wird. 25 bis 30 Prozent des Originalmaterials hat sich bis heute erhalten. Der Sage nach hat der Troll Finn dieses Gotteshaus in nur drei Tagen erbaut. Einen Runeninschrift bezeugt das die Kirche im Jahr 1242 geweiht wurde. Das Eingangsportal wird von wertvollen Schnitzereien geziert die wohl von den Heiden abstammen und auch sonst beherbergt die Stabskirche Heddal einige künstlerische Schmuckstücke die sehr sehenswert sind.



Montag, 15. Juni 2015

Eine private Bootstour durch Lyngør

Lyngør - gekürt zu Europas besterhaltener Ortschaft

Und zwar im Jahr 1991. Da erhielt es den Status des besterhaltenen Dorfes Europas. Es besteht aus vier Inseln auf denen es keine Autos gibt, dafür aber viele Boote. Möchte man von A nach B geht das nur über den Wasserweg. Diese Inselgruppe wollten wir besuchen und hatten das große Glück eine Privattour zu bekommen. Der norwegische Zahnarzt Harald Halvorsen pickte uns Punkt 12 Uhr auf dem Festland, am Hafen von Gjeving, mit seinem Boot ab und unsere kleine Tour konnte starten – was für ein Privileg. In der Vorsaison hätte es für uns als „normale“ Touristen nicht viel zu sehen zu geben, aber mit Harald öffnete sich die ein oder andere Tür. So zum Beispiel die des berühmten Restaurants „Die blaue Laterne“. Heute beherbergt es ein kleines Museum zur Geschichte der Insel. Herumgeführt hat uns der Besitzer Asbjoern Andersen. Mit großem Stolz erzählt er uns von der ehemaligen Berühmtheit des Lokals zu den Zeiten als noch Großseegler aus aller Welt hier vorbei kamen. Seine Fischsuppe war zwar, nach eigener Aussage, sehr teuer, aber in ganz Norwegen bekannt und beliebt. Harald fährt mit uns weiter, zur einzigen „Fabrik“ auf Lyngør – wie er es nennt. Asbjoern Andersen schießt hinter uns, zur Verabschiedung, eine Kanone ab. Uns bleibt fast das Herz stehen….der Mann ist verrückt.

Harald Halvorsen holt uns mit seinem Privatboot ab
Die blaue Laterne
Fredrik Brodersen´s Seilmakerverksted 

Die Fabrik stellt sich als Segelmacherei raus und wir dürfen doch tatsächlich in die heiligen Hallen und uns umschauen. Fredrik Brodersen betreibt hier auf zwei Etagen, gemeinsam mit einigen Angestellten, ein riesiges Atelier. Rund um´s Jahr wird hier gearbeitet – der einzige Platz auf Lyngør wo das der Fall ist. Restaurants und Bars haben nur während der kurzen Sommerperiode geöffnet. Dann allerdings muss man zu sehen überhaupt Platz auf dem Wasser zu haben und eine Stelle zum Anlegen zu finden. Wir sind ganz allein in den Gewässern unterwegs sogar auf der „Wasserhauptstraße“ gibt es keinen Gegenverkehr.

Aufträge hat Fredrik Brodersen genug, immerhin ist das Segeln eine Tradition in einem so wasserreichen Land wie Norwegen. Aber auch aus Deutschland und Übersee kommen die Aufträge. Während mein Mann sich in die Unterhaltung vertieft, schleiche ich in Strümpfen und auf Zehenspitzen über den Dachboden und schaue mich um. Skizzen, Stoffe und jede Menge andere Utensilien die man für so eine Arbeit benötigt. Auch erhasche ich einen Blick (und ein Foto) auf Frederiks Mitarbeiterin die unbeirrt an ihrer Nähmaschine an einem Segel arbeitet.

Eine kleine Runde, raus in die Nordsee, drehen wir dann noch mit Harald und können so den Leuchtturm Lyngør fyr bestaunen. Bis 2004 lebte gleich neben an noch der Wärter. Nach der Automatisierung der Anlage wurde diese Stelle aber überflüssig. 2011 wurde das alte Wachthaus samt Anbau in eine Touristenvereinshütte mit 20 Schlafplätzen umgewandelt und kann seitdem als Ferienunterkunft gemietet werden.

Leuchtturm Lyngør fyr
Dankbar für diese kleine, aber sehr informative und spannende Tour, erreichen wir 2,5 Stunden später das Festland und verabschieden uns von Harald. Wer zum Übernachten noch einen guten Tipp in Hafennähe benötigt, ist im Bokhotellet Lyngørporten Hotel goldrichtig. Direkt an der Küste und dem Meer gelegen, kann es auf diversen Reiseplattformen mit sehr guten Bewertungen glänzen und überzeugen. Von hier aus lassen sich herrliche Segeltörns starten oder auch eine Umrundung von Lyngør mit der Fähre oder einem Wassertaxi.

Ahoi und Leinen los!