Montag, 25. August 2014

Lonely Planets Großartige Welt – viel mehr als ein prachtvoller Bildband

Eine golden leuchtende Ebene. Am Horizont: dunkle, im Schatten liegende Berge unter rosa angehauchten Wolken. Davor eine Herde Zebras, begleitet von ihren Schatten, die das dramatisch aufscheinende Abendlicht lang und länger werden lässt. Die Herde wirkt klein angesichts des weiten Wüstenpanoramas, aber nicht erloren: Es ist, und auch das sagt das Bild aus, ihre Heimat. Eine Momentaufnahme aus dem Namib-Band-Naturreservat im Süden Namibias, eingefroren in der Zeit und doch so voller Leben, wie eine Fotografie nur sein kann. Das Foto der wandernden Zebras, aufgenommen aus einem tief fliegenden Flugzeug, ist nur eines von Dutzenden. Diese lassen in dem prächtigen Bildband Lonely Planets Großartige Welt ein ganz besonderes Bild unseres Planeten erstehen. Die eindrucksvollen Porträts und Momentaufnahmen sind nicht, wie üblich, geografisch sortiert, sondern nach übergeordneten Themen über alle Staats-, Landschafts- und Kontinentgrenzen hinweg. So bekommen sie eine zusätzliche Tiefe – für den aufmerksamen Leser und Betrachter eine ganz besondere Erfahrung.

„Was ein schöner Ort ausstrahlt ist mehr als das, was man mit den Augen sieht“, heißt es im Vorwort von Lonely Planets Großartige Welt. Schönheit zu erleben sei auch geprägt durch äußere Faktoren: Menschen, mit denen man zusammen oder eben gerade nicht zusammen sei, die eigene Stimmung, der Punkt im Leben, an dem man stehe. Ein Kontext, der beim Betrachten eines Fotos nicht vorhanden sei. Es geht also nicht nur darum, unseren Heimatplaneten in all seiner Schönheit und in all seinen Facetten zu porträtieren, sondern es geht um mehr: „Wir wollten etwas schaffen, das zumindest ansatzweise solche Verbindungen zu einem Ort hervorbringt.“ Eine Beziehung zu kreieren also, ein Gefühl der Verbundenheit, Kontakt aufzunehmen zu dem, was den Kern dieser, der einen Welt ausmacht.

„Ursprünge“ heißt folgerichtig das erste Kapitel, in dem uralte Mammutbäume in den Himmel streben, die Milchstraße sich über den im letzten Abendlicht leuchtenden Dolomiten in die Unendlichkeit erstreckt, der Vulkan Kilauea auf Hawai’i funkensprühend neues Land erschafft oder ein bizarres Wolkengebilde über der Wüste des Amboseli-Nationalparks in Kenia Regen verspricht. In „Quellen des Lebens“ jagen Delfine und Seevögel in riesigen Fischschwärmen beim Sardine Run vor Südafrikas Küste, leuchten abgeerntete Felder in West Sussex in England in allen möglichen Goldtönen, macht sich ein Fischer im Licht der aufgehenden Sonne am chinesischen Li-Fluss zwischen kegeligen Karstbergen an sein Tagwerk.

„Harmonie“ heißen weitere Kapitel, „Weite“, „Größe“ oder „Übergänge“. Themen, die viel kreativen Spielraum versprechen, und die illustriert werden durch außergewöhnliche, einzigartige Aufnahmen unseres Planeten. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Gestaltung von Lonely Planets Großartige Welt: Doppelseitige Panoramafotos wechseln sich ab mit Bildern, die eine Seite einnehmen oder auch mit zwei halbseitigen Porträts – eine weitere Dimension, die die Beschäftigung mit diesem Prachtband nie langweilig werden lässt. Interessante Informationen zu den einzelnen Aufnahmen finden sich in einem Index zusammengefasst am Ende des Buches.

Wenn also im Kapitel „Gemeinschaften“ die warmen Lichter des japanischen Dorfes Ogimachi in die eisige, schneebedeckte Winterlandschaft hinausstrahlen, dann ist das nicht nur eine berückend schöne Aufnahme. Dann erfährt der Leser auch, dass die traditionellen Bauernhäuser im Zentrum der japanischen Berge steile Dächer gegen die Schneemassen haben – und dass auf den Dachböden Seidenraupen gezüchtet wurden. Das letzte Bild von Lonely Planets Großartige Welt zeigt, im Kapitel „Ewigkeit“, einen riesigen Mond über den schroffen Alpenspitzen von Chamonix. „Solch überwältigende Schönheit“, heißt es im Vorwort, „ist schwindelerregend, sie lässt einen schlicht und einfach … stillstehen. Die Welt ist voll von solchen Orten. Aber wir sind uns ihrer nicht ständig bewusst, und manchmal müssen wir daran erinnert werden, dass es sie gibt.“ Diese Aufgabe erfüllt Lonely Planets Großartige Welt auf eine ganz zauberhafte Weise.
Lonely Planets Großartige Welt
Druck durchgehend vierfarbig
256 Seiten Format: 36,3 x 27,7 cm
Preis: € 39,95 (D) / € 41,10 (A) / sfr 59,90
ISBN: 978-3-8297-1544-7 
Überall, wo es Bücher gibt, im Internet und im Lonely Planet Online Shop erhältlich.

Dienstag, 19. August 2014

Highfield 2014

Am Wochenende hieß es am Störmthaler See in der Nähe von Leipzig wieder "Party On!" und wir waren mittendrin beim Highfield 2014. Zum Einen lieben wir gut gemachte Rockmusik zum Anderen wohnen wir gleich nebenan. Nicht mal 15 Minuten Fahrt brauchen wir um mitten im Getümmel zu sein. Getümmel heißt in dem Fall wir und die anderen 25.000 Besucher! Wow - zum ersten Mal war das Festival ausverkauft seit es von Erfurt im Jahr 2010 nach Leipzig verlegt wurde.

Musikalisch gab es definitiv schon bessere Jahre, aber das ist ja immer noch Geschmackssache. Für mich war der Samstag eine absolut runde Sache. Jupiter Jones (mit neuem Sänger wirklich sehr überzeugend), danach Bosse (er begeistert mich immer, immer mehr), Revolverheld und dann die Überraschung meines Lebens: Fettes Brot. Klar kenn ich hier und da ein paar Lieder, aber live sind die 3 Jungs aus dem Norden DAS Highlight schlechthin. Niemals hätte ich so eine Leistung und vorallem Partystimmung erwartet.


Ganz fies enttäuscht haben mich Blink 182 obwohl ich mich auf die Jungs wirklich am allermeisten gefreut habe. Seit 99 verfolgt mich ihre Musik und nie hat es sich ergeben mal auf ein Konzert zu gehen. Zwischenzeitlich kam dann 2005 ja auch die Trennung. Tja und jetzt eine herbe Enttäuschung für mich. Schade, es hätte unglaublich werden können, wurde es aber nicht...Tom war betrunken, vermute ich, und jedes zweite Wort war irgendein unschöner, vulgärer Ausdruck. Nicht schlimm, aber mit fast 40 einfach uncool und unnütz, aber das Bühnenbild zeigte kurz vor Schluss wirklich nochmal eine kleine Überraschung.


Ein loderndes "Fuck" - nicht schlecht, aber auch das war nur ein kurzer Burner. Rausgerissen hat es am Ende wieder Travis, der sich hinter seinem Schlagzeug mit Abstand Alles und die beste Leistung des ganzen Festivals für mich abgeliefert hat.