Freitag, 12. September 2014

Holstentor, Marzipan und die Buddenbrooks

Einige von Euch wissen sicher von welcher schönen Stadt ich hier rede. Richtig - von der Hansestadt Lübeck. Bei einem Urlaub im Norden hatten wir einen Tag lang Zeit hier ein wenig durch die Gassen zu schlendern, Museen zu besuchen und uns bei Niederegger den Bauch mit Marzipan voll zuschlagen.

210 Brücken gibt es in Lübeck. Kein Wunder wenn man sich den Stadtplan einmal bei Google Maps anschaut:


Überall Wasser, einmal um die ganze Stadt herum. Nicht für umsonst sagt man sie auch "Klein Venedig".

Wahrzeichen ist natürlich das Holstentor. Keine Ahnung warum, aber als ich es sah, hatte ich auf einmal einen riesengroßen Drang unbedingt und sofort durch gehen zu wollen und war damit nicht allein. Einige Leute sind sogar mehrfach hin- und her darunter durchgelaufen. Vielleicht bringt´s Glück? Vielleicht fühlt man sich ein wenig in eine andere Zeit versetzt? Wer weiß das schon, auf jeden Fall war es ein bisschen magisch.


Überrascht hat mich die unglaubliche Skyline der Stadt. Noch nie hab ich ich so viele Türme und Zipfel auf einmal gesehen. Geprägt ist Lübeck´s Ansicht von den "Sieben Türmen“. Hiermit sind die sieben Türme der fünf großen Innenstadtkirchen Marienkirche, Dom, Aegidienkirche, Petrikirche und Jakobikirche gemeint. Was dann in etwa so aussieht:

Bild via www.wandspruch.de
Seit 1806 ist Lübeck auch unwiderruflich mit meiner allerliebsten Nascherei nämlich dem Marzipan verbunden. Mitten in der Innenstadt, gegenüber vom alten Rathaus, findet ihr die Filiale von Niederegger mit einem herrlich großen Shop voll mit allen erdenklichen Kreationen rund um´s Marzipan und mit einem urgemütlichen Café im Stil eines Wiener Kaffeehauses. Hier genehmigten wir uns einen Marzipankaffee - so was von lecker.


Gute gestärkt und die Taschen voller Süßkram, gings dann gleich gegenüber mit dem 1230 erbauten alten Rathaus weiter. Das besondere ist seine große Schauwand, mit kleinen Schmuckbalkonen und den drei Türmen.


Zum Schluss ging es noch zum Hauptschauplatz von Thomas Manns nobelpreisgekröntem Roman "Buddenbrooks" - zum  Buddenbrookhaus. Leider hatten wir keine Zeit mehr hinein zugehen, aber ganz sicher beim nächsten Besuch in Lübeck.



Freitag, 29. August 2014

Barbarossadenkmal

Da mein Mann ja nicht von hier kommt und Vieles noch nicht gesehen hat, gibts spontan - ab und an mal - einen Ausflug zu Plätzen die ich in meiner Jugend und Kindheit gefühlte zig Tausend mal gesehen habe - sehen musste, aber mit der Zeit und einem gewissen Abstand, macht auch mir das wieder Spaß.

Irgendwann im Mai gings für uns in den Kyffhäuser, denn hier steht das imposante Barbarossadenkmal.


Zwischen 1890 und 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelm des Ersten erbaut ist es neben dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig  und dem Kaiser Wilhelm Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal Deutschlands.


Ganz klar gibt es auch hier eine wunderschöne Geschichte zu erzählen: 
Ludwig Bechstein Thüringer Sagenbuch 1836
Kaiser Friedrich der Rotbart im Kyffhäuser 

Kaiser Friedrich der Rotbart unternahm einen Kreuzzug in das heilige Land, dieses den Türken zu entreißen, von dannen er nicht wieder heimkehrte. Und bald darauf entstand im Volk mancherlei Gerücht und Sage, dass er nicht, wie doch die Kunde war, gestorben sei, sondern noch lebe, und wiederkommen werde. So wurde gesagt, er sei in einem Berg verzückt und gebannt. Manche nennen den Untersberg bei Salzburg, andere einen Felsen bei Kaiserslautern, darin der Kaiser verzaubert sitzen soll. Am meistern aber wird der Kyffhäuser als solcher Berg genannt. Da hinein soll er sich selbst verflucht haben mit seiner Tochter und allem Hofgesinde bis zur Zeit seiner Wiederkehr. Da sitzt er nun im Bergschloss, umgeben von seinen Wappnern, in einer glänzenden Halle, an einem güldenen Tisch und trägt auf dem Haupt eine alte güldene Krone. Des Kaisers roter Bart ist durch den Tisch gewachsen und reicht zweimal schon um den Tisch herum. Wenn er aber zum drittenmal herumreicht, dann wird der Kaiser heraufkommen, das Reich wieder behaupten, das Regiment bessern und das gelobte Land mit dem heiligen Grabe den Türken abgewinnen. Dann wird er seinen Schild hängen an den dürren Ast eines Birnenbaumes, der auf dem Ratsfeld steht, und eine große Schlacht wird dann geschlagen werden, der Baum aber wird grünen und blühen. Auch schläft der Kaiser nicht, sondern er nickt und zwinkert mit den Augen, wie im Halbschlummer und alle hundert Jahre sendet er einen Zwerg hinauf zu schauen: ob die Raben noch um die alte Burgwarte von Kyffhausen fliegen? Wenn er nun wiederkommt und aussagt, dass sie noch fliegen, wird der alte Kaiser traurig wie zuvor und schlummert wieder fort. So haben ihn schon manche gesehen.


Nach dem Aufstieg zum Denkmal wird man mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Natürlich kann man das Denkmal selbst auch besteigen und sich im Inneren eine Ausstellung ansehen. Ein kleines Café "Kaisers Picknick" lädt zum Verweilen ein und ganz sicher findet jeder was für de kleinen Hunger zwischendurch unter den reichhaltigen Thüringer Spezialitäten.

Weitere Infos gibt es hier: www.kyffhaeuser-tourismus.de